Wirtschaft Andalusien
Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung ist in Andalusien immer noch die Landwirtschaft. Die meist angebauten Produkte sind Getreide, Gemüse, sowie Früchte und Baumwolle. Durch die gute Hafenposition am Gibraltar werden viele von diesen Produkten in andere Länder exportiert. Seit dem Eintritt von Spanien in die EU steigen die Gewinne kontinuierlich. Der Export ist neben dem Tourismus das Hauptstandbein von Andalusien.
Die Landwirtschaft verteilt sich auf die gesamte Region mit unterschiedlichen Produkten.
In den Mittelgebirgen wird viel Tierzucht betrieben. Pferde, Schweine und Stiere sind die Hauptzuchttiere dort. Die Züchtung, sowie der
Weinanbau findet vor allem in den Regionen um Malaga und Jerez statt.
In den Flachländern beim Guadalquivirbecken konzentrieren sich der Weizen-, Sonnenblumen und Zuckerrübenanbbau, sowie der Baumwolleanbau. Schafe weiden in den Hochgebirgen der Sierra Morena. Eine große Erzlagerstätte ist in Hochandalusien zu finden. Subtropische Früchte könne aufgrund des Klimas in Andalusien und der Bodenbeschaffenheit nur in den Küstenregionen angebaut werden.
In den Küstenregionen und Hafenstädten hat auch der industrielle zweite Sektor der Wirtschaft sein Hauptstandbein mit dem Schiffsbau gefunden. Anlagen, Werften und viele Konzerne der chemische Industrie beschäftigen viele tausend Andalusier. Sie haben sich vor allem in den Regionen Cadiz, Huelva und Algericas angesiedelt. Auch die Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte, wie Oliven zu Olivenöl oder Wein, Zucker und Fisch gehören zum zweiten Sektor. Sevilla (Nahrungs- und Genußmittelindustrie, Exporthafen für Agrargüter, Importhafen) und Huelva (chemische und petrochemische Industrie, Stahlwerke) treten als Schwerpunkte der Industrie hervor. Weniger bedeutend sind Granada und Cordoba (Textilindustrie).
Trotzdem ist mehr als die Hälfte der andalusischen Bevölkerung im Dienstleistungssektor beschäftigt. Dies hat sich erst seit 1980 so entwickelt. So lagen die Beschäftigungszahlen im Dienstleistungssektor 1950 nur bei 20% und in der Landwirtschaft und dem Fischfang bei 50%. Mittlerweile ist das Verhältnis andersherum. Besonders der Tourismus an der Costa del Sol und in der Sierra Nevada sorgt für viele Arbeitsplätze in dieser Region und verzeichnet viele Reisen nach Andalusien. Jedes Jahr kommen etwa 15 Millionen Touristen nach Andalusien um im gebuchten Ferienhaus oder im Hotel zu übernachten.
Mittlerweile orientiert sich der Tourismus aber ab vom billigen Massentourismus und setzt auf individuellen, ökologischen und kulturellen Tourismus. Im Handel und Transport sind ebenfalls sehr viele Arbeitnehmer beschäftigt. Trotzdem liegt Andalusien im Vergleich zu Spanien beim PRO-KOPF Einkommen deutlich unter dem Durchschnitt. Ein Mann verdient im ersten und zweiten Sektor etwa 1.300€, das sind etwa 150 Euro weniger als im restlichen Teil von Spanien. Auch bei den Frauen ist das Gehalt mit etwa 920€ im Monat um die 150€ niedriger als das durchschnittliche Lohngefüge in Spanien.
Das Nachbarland Frankreich ist der wichtigste Handelspartner, gefolgt von Deutschland, Italien, dem Vereinigten Königreich und Portugal. Andalusien ist stark von einer klein- und mittelständischen Unternehmensstruktur geprägt. In der aktuellen Wirtschaftskrise ist Spanien mit 20% Arbeitslosigkeit EU-Spitzenreiter. Die Region Andalusien hat es besonders schwer getroffen, hier liegt die Arbeitslosenquote bei rund 30% (Stand: 08/2009). Der Bausektor ist praktisch zum Stillstand gekommen. Viele Baustellen wurden stillgelegt, Baugenehmigungen zurückgezogen. Dazu kommt auch, das 30 Prozent der Angestellten im Tourismussektor immer nur ein befristetes Arbeitsverhältnis haben.
