Kultur Andalusien

Das erste wenn man an Spanien und Andalusien denkt, ist der Flamenco und der Stierkampf. Beides sind Traditionen, die fest in die Kultur von Andalusien gehören.

Der Flamenco kommt aus dem 15 Jahrhundert. Er mischt traditionelle Zigeunermusik mit mehreren Weisen, so den jüdischen, arabischen und altindischen. Anfangs bestand der Flamenco nur aus dem Gesang, dem Cante, dabei unterscheidet man zwischen zwei Arten. Dem "Cante jondo", dem tiefen, traurigen Gesang und dem "Cante chico", dem hellen, heiteren und lustigem Gesang. Seine Anfänge machte er im privaten Raum. Bis der Gesang offiziell auf der Straße vorgetragen wurde dauerte es noch bis ins 19 Jahrhundert. Dort wurde der Gesang auch erstmals durch den Tanz, der Baile und die Gitarre, die toque unterstützt.
In den 30er Jahren hatte der Flamenco seinen Höhepunkt. In vielen Cafés wurde er vorgeführt. Mittlerweile wird der Flamenco nur noch in Vereinen und zu speziellen Anlässen aufgeführt. Als Flamenco-Hochburg gilt Sevilla.

La Corrida- der Stierkampf stammt ursprünglich aus Andalusien und wird mittlerweile in ganz Spanien praktiziert.
Die Plaza de Toro von Cordoba, Sevilla, Jerez, Malaga und die Arena von Ronda gehören zu den schönsten Arenen in ganz Spanien. Die Saison des Stiertötens dauert von März bis November und wird zu den Volksfesten, den ferias begleitet. Seine Geschichte kommt aus der Zeit des Adels. Es galt als adlig einen Stier vom Pferde aus zu töten, um zu beweisen welchen Mut man in sich trägt. Heute finden sich die mutigen in allen Bevölkerungsschichten. Trotzdem spaltet diese Art der Tradition auch die Bevölkerung in Befürworter und Gegner.

Kulturelle Höhepunkte finden sich heutzutage aber nicht nur in den Festen in Andalusien wieder, sondern besonders in der Architektur. 3000 Jahre lang wechselten sich Völker unterschiedlicher Religionen und Kontinente ab und hinterließen Ihre Werke und Kulturen.
Mit der Zeit der Römer begann die Zeit der großen Bauten. Die schönste Baukunst aus dieser Zeit ist die römische Stadt Itálica, in dem Dorf Santipoce bei Sevilla. Dort können Sie heute noch Reste dieser Stadt bewundern.
Einen besonders großen Einfluß im Bau der Städte hinterließen die Araber (siehe auch Geschichte von Andalusien). Besonders in den Städten Córdoba mit der mezquita, in Granada mit der Alhambra und in Sevilla mit der Alcázar hinterließen sie ihre Spuren, die zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Andalusien zählen. Auch die Straßenordnung bzw. das Labyrinth an Straßen und Gassen erinnert aus dieser Zeit. Nicht nur religiöse Bauwerke stammen von den Arabern, auch Wasser- und Wehranlagen stammen aus dieser Zeit. Am Ende der arabischen Zeit vermischte sich der Baustil mit gotischen Renaissance Elementen. So entstand daraus die große Kathedrale Santa Maria in Sevilla. Sie ist die drittgrößte Kathedrale der Welt und das größte gotische Gotteshaus der Christen.
Dort findet auch jedes Jahr das bedeutende religiöse Fest der Karwoche statt, la Semana Santa. Die Prozession geht vom Palmensonntag bis zum Ostersonntag. Ein Festumzug aus vielen Brüderschaften mit vielen Nazareons geht durch die großen Städte und stellt dabei den Erlöser und die Jungfrau Maria dar. Dieses Schauspiel wird mit viel Musik und Applaus unterstützt. Die bedeutendsten Umzüge finden in Sevilla, Granada und Málaga statt.
Ein weiteres bedeutendes Volksfest ist die Wallfahrt der Christen nach El rocio bei Huelva. Etwa eine Millionen Menschen besuchen die Kapelle bei Donana.



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