Almeria
Almeria liegt an der Costa del Sol, 150 Kilometer östlich von Malaga und nur wenige Kilometer westlich des Kap Gatta, im Südosten der spanischen Region Andalusien. Almeria wurde im Jahr 955 von den maurischen Besatzern der iberischen Halbinsel gegründet. Ihr Name leitet sich vom arabischen Wort „al-Mariyya“ ab, was „Spiegel des Meeres“ bedeutet.
Im Zuge der Reconquista fiel Almería 1489 an die Spanier und wurde 1492, nach dem Sieg über die Araber, Bischofssitz. Aufgrund der wechselhaften Geschichte bietet Almería seinen Besuchern Bauwerke, die noch aus maurischer Zeit stammen, ab dem 16. Jahrhundert von Spaniern errichtet wurden oder eine Mischform mit Einflüssen beider
Kulturen aufweisen.
Als erster Anlaufpunkt bietet sich die über der Stadt errichtete Festung Alcazaba an. Neben dem historischen Wert dieser Burg eröffnet sich dem Besucher von hier aus ein ausgedehnter Blick über Almería selbst, das Hinterland und über das offene Meer. Im Renaissancestil erbaut und mit gotischen Einflüssen versehen, ist die im 17. Jahrhundert erbaute Kathedrale Nuestra Señora de la Encarnación sehr reizvoll, nicht zuletzt auf Grund ihrer Skulpturen und Gemälde aus dem 18. Jahrhundert, die im Inneren zu sehen sind.
Auf den Grundmauern einer ehemaligen maurischen Moschee erbaut ist die Kirche San Juan, die auch noch eine alte muslimische Gebetsstätte beherbergt. Nicht weit entfernt das Convento de las Puras, ein altes Kloster und schon allein aufgrund seiner Größe sehr beeindruckend. Seit 1982 steht es unter Denkmalschutz.
Die hübsche Plaza Vieja in der Altstadt lädt Besucher und Einheimische zu einer Verschnaufpause. Mit Blick auf den schönen, in beige und ziegelrot gehaltenen Ayuntamento - das Rathaus - vergeht eine kleine Siesta hier wie im Flug, und es ist ein guter Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, die aus
schönen spanischen Häusern und schmalen arabischen Durchgängen besteht. Vom eindrucksvollen Hafen aus werden andalusische Obst- und Gemüseprodukte nach ganz Europa verschifft.
Wer sich, über die bloßen Sehenswürdigkeiten hinaus, Eindrücke von der andalusischen Kultur und Religion verschaffen möchte, dem bieten sich zwei Gelegenheiten: In der zweiten Augustwoche feiern die Einwohner Almerías ihre Schutzpatronin Virgen del Mar - eine Seejungfrau. Mit zahlreichen Stierkämpfen, Festen und Veranstaltungen machen sie die Stadt einige Tage zu einer ausgelassenen Party-Meile. Wem es im August zu heiß ist, sollte sich am Osterwochenende in Almería aufhalten, wenn die Bewohner in einer riesigen Prozession die Pascos (Heiligenbilder) durch die Stadt tragen.
Aber auch abseits des Stadtgebiets geizt Almería nicht mit Reizen und Sehenswürdigkeiten. So finden sich an der Küste viele einsame und kleine Buchten mit Sand und die Dörfer
in der Umgebung verleihen mit ihrem strahlenden Weiß der Küstenlinie das typische mediterrane Flair.
Nicht weit außerhalb der Stadt liegen die ersten Ausläufer der Sierra Nevada, weswegen Almería als eine der ganz wenigen Orte in Europa gilt, an denen man vormittags zum
Skifahren gehen und nachmittags schon im Meer schwimmen kann. Bei Spanien Reisen nach Almeria wird es auch im Hochsommer meist nicht so extrem heiß wie im Hinterland.
